← Zurück
Kultur und Kreativwirtschaft Sanne Kurz Landtag Bayern

Kreativwirtschaft: Hier starten!

Die Kultur- und Kreativwirtschaft verbindet die 11 Teilbranchen Musikwirtschaft, Buchmarkt, Kunstmarkt, Filmwirtschaft, Rundfunkwirtschaft, Darstellende Künste, Architekturmarkt, Designwirtschaft, Pressemarkt, Werbemarkt, Games und wird oft im 12. Posten erweitert um „Sonstiges“, um allen Kreativen gerecht zu werden. Teil einer Branche oder „Wirtschaft“ zu sein ist von Vorteil, da so eine Sichtbarkeit entsteht, die Kunst- und Kulturschaffende als Einzelne nicht entfalten könnten.

Kreative, Künstlerinnen und Künstler bilden das Rückgrat der Branche. Große Überschneidungen gibt es mit der Veranstaltungswirtschaft. Die vielen kleinen Teile – über 90% der Branche sind im Bereich Kleinunternehmen oder Freiberuflichkeit aktiv – schaffen ein großes Ganzes. Und dieses große Ganze ist in Bayern ein erheblicher Wirtschaftsfaktor, bei Umsatz, sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten und Bruttowertschöpfung.

So viele Beschäftigte, wie die Automobilindustrie

Der intermediäre Sektor und der öffentliche Sektor zählen nicht zur Kultur- und Kreativwirtschaft. Alles, wo man mit dem schöpferischen Akt Geld verdient, zählt dazu. Das böse Wort „gewinnorientiert“ bedeutet hier:

Daraus erwächst die natürliche Forderung nach Mindesthonoraren, wie sie es in anderen Bereichen und für zahlreiche nicht-kreative freie Berufe auch gibt. Daraus erwächst aber auch wie für jeden anderen Wirtschaftsbereich der Bedarf nach Innovation, nach Wissenschaft- und Forschung als Basis der Kultur- und Kreativwirtschaft. Das bedeutet, so wie technologische Innovation und technologische Grundlagenforschung und technikorientierte angewandte Forschung selbstverständlich von der öffentlichen Hand gefördert werden, braucht es das auch im nicht-technologischen Innovations-, Wissenschafts- und Forschungsbereich, beispielsweise an Kunsthochschulen, mit der Möglichkeit zur künstlerischen Promotion oder der Basis-Finanzierung freier künstlerischer Wissenschaft- und Forschung.

Kunst, Kultur und Kreativität sind Wirtschaftsfaktor. Kunst, Kultur und Kreativität sind Wissenschaft & Forschung.

Last not least bedeutet die Zuordnung aller privatwirtschaftlichen Kultur- und Kreativschaffenden zu einer Branche: Ein Staat kann, sollte und muss diese Branche gezielt fördern. Wirtschaftsförderung ist meist deutlich mehr Mitteln ausgestattet als Kunst- und Kulturförderung. Von speziellen Nachwuchs- und Kick-Off Programmen bis hin zu Förderung von Wachstum und Weiterentwicklung, von Raum für Branche, Einzelpersonen und Start-Ups, bis zu Unterstützung bei Vertrieb und Marketing, von Vernetzung untereinander bis hin zur Öffnung neuer Märkte dank Vernetzung mit anderen Branchen gibt es viel zu tun.

Leider war da die bayerische Staatsregierung wenig beflissen bisher. 2018 hat man gar das Referat für Kultur- und Kreativwirtschaft im Wirtschaftsministerium – hoppla – wegrationalisiert.

Söder rationalisierte Referat für Kultur- und Kreativwirtschaft einfach weg

Wir hakten Anfang Dezember nach mit einer Anfrage zum Thema. Ab Januar 2019 geht es dann los mit unserer Kreativwirtschaftstour: Was läuft in Bayern in welcher Kommune wie? Wo haben es Kreative leichter? Wo gibt es welche Hürden? Wie machen es andere? Welche Bedarfe sind bei weitem nicht gedeckt? Was wäre dringlich und Landesaufgabe, um die Branche voran zu bringen? Was wünschen sich Akteurinnen und Akteure vor Ort? – Stay tuned!

Materialien:

Kreativwirtschaftstour von Sanne Kurz, GRÜNE Abgeordnete im Bayerischen Landtag:

Du willst Kreativwirtschaftstour-Station werden?

Dann schreibe eine Mail an sanne.kurz@gruene-fraktion-bayern.de mit Betreff „Kreativwirtschaftstour“ und wir melden uns bei Dir!

Alle Icons in diesem Beitrag von Freepik  via www.flaticon.com.