Fachgespräch „Wie weiter im Umgang mit NS-Raubkunst?“
Mehr als acht Jahrzehnte nach dem Ende des Nationalsozialismus und über 25 Jahre nach der Verabschiedung der „Washingtoner Prinzipien” befinden sich weiterhin zahlreiche Kulturgüter mit möglicher oder gesicherter NS-Raubgut-Provenienz in öffentlichen und privaten Sammlungen. Die Aufarbeitung bleibt eine zentrale kulturpolitische Aufgabe – doch entscheidende Fragen sind weiterhin ungelöst.
Ein wesentliches Hindernis auf dem Weg zu einem wirksamen Restitutionsgesetz ist nach wie vor die Frage der Entschädigung privater Eigentümer:innen. Ohne eine tragfähige Lösung droht jedes gesetzliche Vorhaben ins Leere zu laufen. Gleichzeitig fehlt es an einer starken, breit getragenen zivilgesellschaftlichen Stimme, die die Anliegen aus den Washingtoner Prinzipien bündelt und sichtbar vertritt. Auch die finanzielle Ausstattung der in diesem Feld engagierten Akteur:innen sowie der Forschung und Vermittlung zu Kulturgutverlusten bleibt unzureichend – ebenso wie die Mittel zur Deckung der oft erheblichen „Nebenkosten” erfolgreicher Restitutionen.
Vor diesem Hintergrund werden wir ein Fachgespräch mit Expert:innen aus Provenienzforschung, Museumswesen, Rechtswissenschaft und Kulturpolitik führen. Im Zentrum wird die Frage stehen, wie ein Bund-Länder-Fonds für NS-Raubkunst ausgestaltet sein könnte, um sowohl gerechte Entschädigungen zu ermöglichen als auch das Vertrauen in die Restitutionspraxis nachhaltig zu stärken.
Die nicht-öffentliche Veranstaltung bietet Raum für Austausch, gemeinsame Analyse und die Entwicklung politischer Perspektiven. Ziel ist es, die gewonnenen Impulse in die weitere parlamentarische und kulturpolitische Arbeit einfließen zu lassen.

