Praktikum im Landtag bei Sanne Kurz. Mitarbeiten im Team von Sanne Kurz. Jobs in der Grünen Fraktion Bayern.

„Sannes politischer Dreikampf“ – ein Praktikums-Abschlussbericht

Am Ende ihres Praktikums biete ich meinen Praktis die Gelegenheit, in einer Abschlussarbeit, deren Form und Inhalt sie sich selbst überlegen, ihre Eindrücke zusammenzufassen. Hier das Fazit, das unser Praktikant Elias Harren, aus den sechs Wochen in meinem Büro mitgenommen hat:

Wenn man nach bekannten Kämpfern googelt, findet man zunächst vor allem Kampfsportler. Während meines Praktikums habe ich aber gelernt, dass dort eigentlich auch Sanne auftauchen müsste. Na gut, jetzt ist Sanne vielleicht keine Kampfsportlerin und als Grüne natürlich auch kein Fan von physischen Auseinandersetzungen, dennoch hat sie so den einen oder anderen Kampf zu führen. Im Rahmen meines Abschlussprojektes stelle ich drei politische Kämpfe Sannes und der Grünen Fraktion im Bayerischen Landtag vor. 

Kulturkampf I

Auch wenn man unter Kulturkampf eher etwas anderes versteht (hierzu später mehr), hat während meines Praktikums der Begriff noch eine zweite Bedeutung gewonnen. Sannes Einsatz für Kultur und besonders Kulturschaffende hat mich nachhaltig beeindruckt. Ganz egal, ob es um die Sanierung oder den Neubau von Kulturstätten, Nachhaltigkeit in der Kulturbranche, die Unterstützung von Soloselbstständigen in der Kultur, den Kampf für eine faire Bezahlung oder den Fachkräftemangel in der Filmindustrie geht. Sanne setzt sich für all das mit mindestens 110 Prozent ein. Und das muss sie auch, denn Kultur steht in Bayern auf der To-Do-Liste nicht immer ganz oben.

Eine große Baustelle in der bayerischen Kulturpolitik ist die Frage, wie es mit den etlichen sanierungsbedürftigen Gebäuden weitergeht. Hier muss dringend angepackt werden, denn wir können noch so stolz auf unsere bayerischen Künstler*innen sein, ohne angemessene Spielstätten haben wir nichts davon. Doch nicht nur der Sanierungsstau bezüglich Herkulessaal, Marstall und so weiter, auch die Frage wie es denn mit dem Bau des Konzerthauses München oder Biotopia weitergeht, bleibt weitestgehend ungeklärt. Aus der Opposition heraus ist es natürlich nicht immer ganz einfach Veränderungen durchzuboxen, wer es aber schafft genug Druck zu machen, und das schafft Sanne immer wieder, kann auch Erfolge durchringen. So zum Beispiel die finanziellen Unterstützungen für Künstler*innen während der Corona-Zeit.
Unermüdlich werden Anfragen geschrieben, im Ausschuss oder Plenum debattiert und Veranstaltungen und Treffen mit Stakeholdern aus Kunst und Kultur besucht und organisiert. Meine persönliche Highlight-Veranstaltung fand im Rahmen des Filmfests Münchens statt und drehte sich um den Fachkräftemangel in der Filmbranche. Auch hier lautete das Fazit: Es gibt viel zu tun, aber kampflos aufgegeben wird nicht!

Kulturkampf II

Genderdebatten, Wokeness und Cancel Culture. Diskurse, die unter Trump in den USA groß wurden, sind endlich auch in Bayern angekommen. Naja, gebraucht hat das, außer gewisse Parteien der Bayerischen Staatsregierung und deren Wahlkampfstrategen (Gendern ist hier höchstwahrscheinlich nicht nötig), wirklich niemand. Und wirklich niveauvoller und konstruktiver verläuft die Debatte in Bayern tatsächlich auch nicht. So spricht beispielsweise Markus Söder wegen eines Artikels auf der Website der Tagesschau, in dem das Wort „entbindende Person“ statt „Mutter“ fällt (was im Kontext des Artikels dann gar nicht mehr so absurd erscheint), vom „Woke-Wahn“ und behauptet „[für] so einen Unsinn braucht es keine Zwangsgebühren“. Zusätzlich behauptet er natürlich auch noch, die Grünen wollten Süßigkeiten verbieten (auch das ist selbstverständlich kompletter Quatsch, es geht um eine Einschränkung von speziell an Kinder gerichteter Werbung für ungesunde Lebensmittel). Unser bayerischer Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger steht Markus Söder hier in nichts nach, auf Twitter suggeriert er, dass den Bürger*innen demnächst Insekten ohne ihr Wissen in das Essen untergemischt wird (ich denke hier ist keine Einordnung nötig). Auf der Demo in Erding gegen das Gebäudeenergiegesetz erreicht das Populismus-Level dann nochmal eine neue Stufe, hierzu aber gleich mehr.

Es gäbe wohl noch Hunderte anderer Beispiele für den Kulturkampf von Rechts, doch trotz all dieser teilweise wahnwitzigen Vorwürfe, der ständigen Bezichtigung von Grüner Ideologie und dem Gerede über die „Grüne Verbotspartei“ wird die Debatte weiterhin als linker Kulturkampf geframed. In anekdotischer Form erfolgt ein Angriff nach dem anderen, welche die Vorwürfe in irgendeiner Weise belegen sollen. Schaut man dann genauer drauf, zeigt sich schnell, so richtig was dran ist da eigentlich nicht. Donald Trumps ehemaliger Berater Steve Bannon nannte diese Taktik: „flood the zone with shit“. Für die Grünen Fraktion im Bayerischen Landtag bedeutet das: Es bleibt gerade mal Zeit zum Ausweichen, ein Gegenangriff ist kaum noch drin, denn irgendwas bleibt immer hängen, da kann man noch so viel richtigstellen.

Wenn ich jedoch eines mitbekommen habe, dann, dass keiner auch nur auf die Idee kommt, über die Situation zu jammern (und Sanne ganz bestimmt als allerletzte). Stattdessen wird mit Inhalten gepunktet und eine positive Zukunftsvision aufgezeigt, ohne Ängste zu schüren. Letzteres übernehmen andere. So fiel in die Zeit meines Praktikums auch die berühmt berüchtigte Rede Hubert Aiwangers auf der Erdinger Anti-Heizungsgesetz-Demo. In dieser sprach Herr Aiwanger tatsächlich davon, dass sich die schweigende Mehrheit die Demokratie zurückholen müsse. Das Ganze auf einer Demo von Rechtspopulisten und Menschen mit T-Shirt-Aufschriften wie „Hängt die Grünen, solange es noch Bäume gibt“. Konsequenzen folgten keine, die Grünen forderten zwar den Rücktritt des Wirtschaftsministers, dieser entschuldigte sich jedoch nicht einmal für seine Aussagen. Die so gefürchtete Cancel Culture hat also wieder zugeschlagen. Oder war es am Ende nur ein Schlag ins Leere, und das Canceln gleicht in der Realität dann eher einem Mythos?

Wahlkampf

Dieser Abschnitt hätte alternativ auch „der Kampf gegen die eigene Zeit“ heißen können. Denn wer einmal Sannes Terminkalender gesehen hat, weiß, dass Sanne eigentlich Hermines Zeitumkehrer aus der Harry-Potter-Reihe braucht. In allen möglichen Farben sind zu jeder Tageszeit sämtliche Termine eingetragen, Zeit für freie Abende oder die Familie am Wochenende sind eher Raritäten. Oft genug finden auch mal mehrere Termine gleichzeitig statt, dann durfte ich dort einspringen, wo Protokollieren der Landtagsarbeit schon weiterhilft, und Sanne vor Ort vertreten bzw. wichtige Infos für die mitnehmen.

Man könnte meinen, die parlamentarische Arbeit nimmt schon genug Zeit in Anspruch, doch im Wahljahr stehen selbstverständlich besonders viele Außentermine an. Dabei hat mich beeindruckt, mit wie viel Energie Sanne, egal wie viel Termine und Arbeit davor schon stattfand, jedes Mal vor Ort den Menschen zuhört und gleichzeitig thematisch auch noch bestens vorbereitet ist – unabhängig davon ob es inhaltlich um Baumschutz, die Probleme des Ehrenamts oder kulturpolitische Inhalte geht. Auch im eigenen Stimmkreis ist Sanne superpräsent, allerdings nicht nur zum Lächeln auf Fotos, sondern im echten Austausch mit den Bürger*innen, sodass direkt angepackt werden kann. Immer hitziger, je näher der Wahltag rückte, wurden auch die Debatten im Ausschuss für Wissenschaft und Kunst sowie im Plenum.

Hierbei wird man schon mal heftig verbal attackiert. Doch wer so gut austeilen kann wie Sanne muss auch einstecken können. In der Regel heißt es am Ende aber Punktsieg für Sanne!

„Mein erster Tag im Landtag als Neuntklässler“

Jedes Jahr machen viele Menschen in meinem Landtags-Büro ein Praktikum. Ein Praktikum in der Politik ist nicht nur spannend, Praktika helfen auch Menschen einen Blick hinter die Kulissen zu geben, Demokratie sind nicht „die da oben“, Demokratie sind wir alle. Auch Schulpraktika kann man bei mir machen. Hier lest Ihr den Bericht von Balìnt Kondor zu seinem Schülerpraktikum im Landtag. Übrigens: Balìnt ist kein Deutsch-Muttersprachler. Der Text verdient also doppelt Respekt!

Dieses Jahr besuche ich die 9. Klasse eines Gymnasiums und musste ein Pflicht-Praktikum machen. Ich habe mich bei Sanne Kurz beworben und ich bin so im Landtag gelandet. An dem ersten Tag meines einwöchigen Praktikums haben sich Sanne und ihr Team mir kurz vorgestellt, dann hat sofort ein Meeting in einem Konferenzraum begonnen.  

Es hat mir ab dem ersten Moment sehr gut gefallen, wie freundlich alle Mitarbeitenden der Grünen Fraktion sind. Ich finde es  wirklich super, wenn man solche ernsthafte Arbeit in einer lustigen Gesellschaft  verrichten kann.  Es gibt zum Beispiel einen Raum, wo man nicht arbeiten darf.

Das ist nicht, wie ich mir Politiker*innen vorgestellt hatte!

In Bezug auf die gute Atmosphäre  hat mich etwas sehr überrascht, sobald ich es gemerkt habe, nämlich, dass bei den Grünen sich alle duzen, inklusive Praktikant*innen! Das ist wohl gar nicht wie ich mir Politiker*innen vorgestellt hätte.

In dieser Woche sind  außer mir noch zwei Praktikant*innen in Sannes Büro gewesen, was auch sehr angenehm war, weil der eine von den beiden schon länger da gewesen war und er uns alles beigebracht hat. Also du wirst wahrscheinlich auch mit sehr lieben anderen Praktikant*innen gemeinsam arbeiten, nicht alleine als einziger Praktikant oder einzige Praktikantin.

Außer der freundliche Atmosphäre fand ich auch ziemlich Interessant, wie Sanne und ihre Kolleg*innen im Alltag arbeiten, denn man hört meistens nur die Nachrichten, aber hat keine Ahnung wie zB. ein Antrag für den Landtag vorbereitet wird, oder wie Entscheidungen in der Politik getroffen werden.

Es war insgesammt eine sehr gute Erfahrung

Es war also insgesammt eine sehr Erfahrung und ich denke, am Ende der Woche wird es mir noch etwas klarer sein, ob Politik das richtige Berufsfeld für mich ist.

Falls du dich auch für Politik interresierst, warte nicht weiter, kontaktiere einfach Sannes Büro! Es gibt mehrere tolle  Möglichkeiten für Praktika, du kannst als Student*in ein langes Praktikum, mehrere Wochen/Monate lang absolvieren, aber es ist auch möglich Schülerpraktika  hier zu machen.

Hier kannst du noch mehr von Sanne Kurz und ihrer politischen Arbeit als Abgeordnete erfahren:

Praktika zu vergeben

Dein Praktikum im Landtag – bei mir im Büro sind ab 2023 wieder Praktikums-Plätze zu vergeben. Alle Infos hier im Post!

Schwerpunkte Grüner Politik

Hinter die Kulissen schauen, Einblicke gewinnen, mitarbeiten: Ob Du erfahren willst, womit sich so ein Mitglied des Landtags eigentlich konkret beschäftigt, wie parlamentarische Abläufe sind, welche Aufgaben in einem Abgeordetenbüro anfallen und wie Grüne Politik im Detail funktioniert, oder um festzustellen, dass Politik genau das berufliche Feld ist, in dem Du arbeiten willst, um Dinge zu verändern – all das geht mit einem Praktikum im Bayerischen Landtag im Büro der Grünen Abgeordneten Sanne Kurz.

Medien, Film, Kultur: Schwerpunkte meiner Arbeit

Aktuell haben wir für die Zeit bis zu den Sommerferien 2023 noch einige Praktikumsplätze frei. Für ein- oder zweiwöchige Schulpraktika kann man sich ab 14 bewerben, für Praktika von Azubis, Studierenden und anderen Personen – die in der Regel 6 Wochen bis 3 Monate gehen – ab 16 Jahren.

Was Du mitbringen solltest? Und was Du bei mir im Büro erwarten kannst? Wie bewerben geht? Alle Infos findest Du hier!

In einer Woche Einblicke zuhauf – der Bericht einer Schulpraktikantin

Wie das Lernen für Schule und Leben, in Anlehnung an das immer wieder bemühte Seneca-Zitat („Nicht für das Leben, sondern für die Schule lernen wir“), miteinander zusammenhängen, ist eine Frage, auf die es wohl unterschiedliche Antworten gibt. In jedem Fall macht es in meinen Augen sehr viel Sinn, das Lernen nicht nur auf den schulischen Kontext zu verengen, und deshalb mache ich Schulpraktika möglich, wann immer es geht. Ein Woche dürfen die Jugendlichen mich nicht nur in meinem Abgeordnetenalltag begleiten, sondern bekommen auch kleinere Aufgaben, die sie eigenständig lösen.
Hier der Abschlussbericht unserer Schülerpraktikantin Lucia, die neulich bei uns reingeschnuppert hat:

Durch mein Schülerpraktikum konnte ich viele spannende und intensive Eindrücke in die Arbeit einer Politikerin sammeln. Als ich angekommen war, durfte ich Frau Kurz gleich zu einem Praktikum in die Brauerei „Hopfenhäcker“ begleiteten. Von da an war der erste Tag von einem Planspiel im Landtag bis hin zur Verleihung des Bayerischen Stipendiums für literarische Übersetzung geprägt. 

An den weiteren Tagen standen Fraktionssitzungen, die Plenarsitzung und Arbeitskreissitzungen auf der Tagesordnung. Auch konnte ich im Rahmen der Tour „Kultur-und Kreativwirtschaft Meets Social Entrepreneurship“ mit ihr auf Nürnberg fahren und drei ganze tolle Projekte kennenlernen. Genauso hat mir das Arbeiten zum Beispiel für Instagram-Storys oder für Artikel sehr viel Freude gemacht. DANKE!

Vielen Dank für die Möglichkeit, dass Praktikum bei dir, Sanne, machen zu können und für die ganzen spannenden Einblicke in deinen Arbeitsalltag. Ich finde es sehr bewundernswert, wie du den ganzen Stress bewältigest und Zeit für Familie & Freunde finden kannst.  Danke für die unglaublich lehrreiche, motivierende und schöne Woche!

Was bedeutet Feminismus für dich? – Interview mit Sanne Kurz zum Weltfrauentag 2022

Jedes Jahr machen viele Menschen bei mir ein Praktikum. Manche schnuppern dabei nur kurz mal rein und laufen in einem „Shaddowing“ Prozess kurz mit. Die, die sechs Wochen oder gar drei Monate bleiben, können sich auch richtig einbringen. Damit von all diesen sehr unterschiedlichen und durch die Bank großartigen Menschen etwas bleibt, bitte ich alle, einen kleinen Abschiedsgruß bei uns im Team zu lassen. Oft ist das eine kleine persönliche Arbeit, zum Beispiel ein Homepage-Post zu unserer politischen Arbeit im Landtag. Die Arbeiten sind immer „100% Made by the Intern“; ein persönlicher Touch, der mich sehr freut und auch mir immer wieder neue Perspektiven gibt. Lest und hört heute:
„Kultur, Politik, Film, Feminismus – Praktikum bei Sanne Kurz im Bayerischen Landtag“ – ein internationaler, feministischer Podcast mit vielen tollen Frauen zum Weltfrauentag von Katharina Kölbl.

Bayern: 2022 niedrigster Frauenanteil im Landtag bundesweit

Wusstet ihr, dass die Frauenquote im Bayerischen Landtag seit der letzten Landtagswahl nur bei 26,8 % liegt, also nur ungefähr jede vierte abgeordnete Person eine Frau ist? Und dass Bayern damit das Bundesland mit dem niedrigsten Anteil weiblicher Abgeordneten in ganz Deutschland ist? Ich wusste das nicht und fand es bei der ersten Landtags-Plenarsitzung, die ich im Livestream mit angeschaut habe, ziemlich frustrierend zu sehen, wie ungleich die Geschlechterverteilung im Bayerischen Landtag noch immer ist. Das ist aber natürlich nur die Spitze des Eisbergs in unserem patriarchalen System, in dem Sexismus und Misogynie tief verwurzelt sind.

Deswegen habe ich mich unter anderem auch wegen der feministischen Politik der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN für ein Praktikum bei Sanne Kurz entschieden! Als Studentin der Sozialwissenschaften, Feministin und große Musik- und Kulturliebhaberin habe ich das Praktikum sehr genossen und viel Neues gelernt – sowohl für mein Leben, als auch über die Abläufe im Landtag, was für mein Studium interessant ist. Toll fand ich auch, dass ich an einer Tagung zum Thema Diversität und Teilhabe im Film teilnehmen durfte, dir mir nochmal vor Augen geführt hat, wie komplex das Thema ist und mir viel Stoff zum Nachdenken mitgegeben hat auch für die Zeit nach meinem Praktikum. Vielen Dank an Sanne Kurz und das ganze Team für die interessanten Einblicke und tollen Erfahrungen!

Weltfrauentag 2022

Anlässlich des Weltfrauentages 2022 habe ich bei einer Kultur-Veranstaltung von „Unser Theater“ in Schwabhausen mitgewirkt und dafür ein Interview mit Sanne Kurz und zwei weiteren Frauen geführt*, die sich alle auf unterschiedliche Art und Weise für mehr Gleichberechtigung und Feminismus einsetzen. Ich fand die Antworten wirklich spannend und war nach allen Gesprächen sehr motiviert, mich weiter zu engagieren. Die Videos wurden bei der Veranstaltung am 12. März gezeigt, aber hier sind nochmal alle Antworten. Vielleicht motivieren sie ja auch den einen oder die andere!

VorstellungFeminismusVorbilderEngagementHindernisseFrauentag


Wer bist du?


Was bedeutet Feminismus für dich?


Hast du weibliche Vorbilder?


Wie engagierst du dich und was motiviert dich zu deinem Engagement?


Welche Hindernisse und Schwierigkeiten hast du bei deinem Engagement, aber auch in deinem Leben erfahren, gerade weil du eine Frau bist?


Wieso ist ein Frauentag heute noch wichtig?


* Das Interview mit der dritten Person wurde nicht von mir, sondern einer anderen Person, die an der Veranstaltung mitgewirkt hat, geführt und übersetzt, und nur von mir dazugeschnitten.

Mehr Frauen in die (Kultur-)Politik!

Wir Grüne sind eine feministische Partei. „Mehr Frauen in Machtpositionen!“ ist ein Ziel des bayerischen Landesverbands, der deshalb jedes Jahr ein Förderprogramm für Frauen (FFP), die ihr politisches Engagement ausbauen wollen, anbietet. Teil des FFP ist – neben Workshops und Vernetzungsangeboten – auch eine Mentoring-Programm. In bin beim FFP als Mentorin am Start. Hier ein Bericht von meiner Mentee Florina Vilgertshofer:

Politisches Engagement ist für mich seit meinem Parteieintritt bei BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN selbstverständlich. Als Vorsitzende des Unterausschusses Kultur im Bezirksausschuss der Maxvorstadt in München setze ich mich für die künstlerische und kreative Vielfalt meines Viertels ein. Da ich selbst in der Kulturbranche tätig bin, ist es mir ein großes Anliegen, die Interessen von Künstler*innen und Kreativen auch auf politischer Ebene zu vertreten. Dass mir beim Frauenförderprogramm der Grünen Bayern (FFP) ausgerechnet Sanne Kurz, die Kulturpolitische Sprecherin der Grünen im Bayerischen Landtag, als Mentorin zugeteilt wurde, finde ich deshalb natürlich ausgezeichnet! 

Mein erstes Treffen mit Sanne im Sommer. Es ist Juli, Restaurants sind wieder geöffnet und auch ein paar Open-Air-Konzerte finden statt. Unser Treffen aber dennoch: online. Ich kenne Sanne bereits durch meine Arbeit für das Münchner DOK.fest, doch im Rahmen des Mentoringprogramms entspinnt sich ein persönlicheres Gespräch. Mich interessiert natürlich brennend, wie die ehemalige Kamerafrau zur Grünen Politik und dann in den Landtag gekommen ist. All das und noch viel mehr erfahre ich in dem eineinhalbstündigen Videocall. Mir sitzt eine unglaublich engagierte Frau gegenüber. Eine Frau, die versteht wie die Kulturszene tickt, die sie vertritt. Außerdem versteht sie, wie die Politik tickt und noch viel wichtiger: wie sie vom einen ins andere vermitteln kann.

Sechs Monate exklusive Einblicke hinter die Kulissen

Die kommenden sechs Monate gewährt mir Sanne Einblick in die Arbeit einer Landtagsabgeordneten. Ich habe die Möglichkeit, bei Sitzungen der Fraktion dabei zu sein, bin in die Kommunikation des Teams eingebunden und bekomme eine Führung durch den Landtag. Am spannendsten ist es für mich allerdings, die Diskussion um kulturpolitische Themen auf Landesebene mitzuerleben: den Fair Green Cultural Deal, der die Weichen für eine nachhaltige Entwicklung der Kulturbranche stellt, die Debatte um die Novellierung des Feiertagsgesetz und die damit einhergehende Diskussion zum Tanzverbot an stillen Tagen. Im Herbst stehen unvermeidlich die strenger werdenden Coronamaßnahmen im Fokus – die Absage der Weihnachtsmärkte, die Ungleichbehandlung von Kulturbetrieben versus Handel und Gastronomie und natürlich die Corona-Hilfszahlungen. 

Dieser Einblick bestärkt mich in meiner politischen Arbeit und vor allem in meiner Themensetzung: Denn Kulturpolitik ist nicht nur für Kulturschaffende, Künstler*innen und Kreative relevant. Wir alle profitierten als gesamte Gesellschaft von einer vielfältigen und lebendigen Kulturszene, die es nur geben kann, wenn die notwendigen politischen Rahmenbedingungen gesetzt werden. Dafür braucht die Szene starke und versierte Stimmen in unseren Parlamenten – so wie Sanne Kurz im Bayerischen Landtag. 

Mitmachen beim Frauenförderprogramm Grüne Bayern hat sich für mich gelohnt

Auch wenn das FFP natürlich viel zur kurz war, habe ich aus diesen sechs Monaten sehr viel mitgenommen – auch dank meiner unglaublich engagierten und offenen Mentorin Sanne Kurz. Jeder Grünen Frau, die sich weiterbilden, vernetzen und politisch aktiv(er) werden will, aber nicht ganz genau weiß, wie oder auf welcher Ebene, kann ich deshalb nur empfehlen: bewirb dich für das Frauenförderprogramm – es lohnt sich! 

Kultur auf dem Land – Fehlanzeige?

Am Ende ihres Praktikums haben alle Praktis die Möglichkeit, mit einem persönlichen Projekt eine „Duftnote“ in eigener Handschrift zu hinterlassen. Die Praktikantin Susanne Bergbauer hat als Abschluss ihres sechswöchigen Praktikums in ihrem Heimatdorf eine Umfrage zur Kulturpolitik auf dem Land erstellt – hier könnt Ihr den von ihr geschriebenen Post dazu lesen. Super spannend fand ich, dass auch ich aus einer vom Tourismus geprägten Gegend komme – Stichwort Deutsche Weinstraße – und dass auch bei uns die Frage ist, wie man Tagestourismus nachhaltig für Kultur und Umwelt gestalten kann. Lest mal rein, ich fand Susanne Bergbauers Beitrag jedenfalls total interessant! Meine Frage zurück: Wer organisiert jetzt ein Musikfestival dort? Bitte melden!

Einfach mal eine Umfrage machen, wie es den Leuten geht und was sie eigentlich gerne hätten an Kultur bei sich vor Ort. Ist das nicht eine super coole Idee? Wenn Du Susannes Idee nachmachen möchtest, nimm gerne Kontakt mit mir auf. Sicher geht da was! Aber jetzt erst mal Susanne Bergbauers schöner Beitrag:

Wenn das Wetter passt und der Tourismusbetrieb nicht gerade von einer Pandemie eingeschränkt wird, stehen am Marktplatz der kleinen Gemeinde, aus der ich komme, oft Busse voller Touris. Eine wunderschöne Klosterkirche im Rokokostil, die Ruhestätte der Familie von Franz Josef Strauß – es gibt einiges zu sehen. Für viele ein guter Grund, einen ganzen Tag in der 4000-Einwohner-Gemeinde zu verbringen und die Kulturstätten zu bewundern. Als Bewohnerin dieses Dorfs staune auch ich heute noch über die prunkvolle Ausstattung der Kirche – aber was gibt es sonst für Möglichkeiten, vor allem für Bewohner*innen, sich kulturell zu beteiligen?

Was sagen eigentlich die Bewohner*innen dazu?

Im Rahmen meines Praktikums im Büro von Sanne Kurz habe ich viel über die bayerische Kulturpolitik gelernt: Was gut läuft, wo Potential vorhanden ist und vor allem auch, was es für Herausforderungen gibt. Als ich dann bei einem Workshop der Grünen Jugend dabei sein durfte, wo die Kommunalpolitiker*innen über die Probleme im Kulturbereich in ihren Kommunen berichteten, konnte ich einige Parallelen zu meinem Heimatdorf erkennen: Es mangelt an kulturellem Angebot, besonders für junge Menschen.

Um herauszufinden, ob die Bewohner meines Dorfes das auch so sehen, habe ich eine kurze Umfrage über die Meinung zum kulturellen Angebot erstellt und um Verbesserungsvorschläge gebeten.

Begegnungsräume schaffen

Weit über die Hälfte der Teilnehmenden meiner Umfrage geben an, mit dem kulturellen Angebot in der Nähe eher unzufrieden zu sein. Vor allem fehlen Angebote für die Jugend, wie beispielsweise eine Möglichkeit, sich gemeinsam zu treffen und eventuell auch gemeinsam zu feiern. Auch Vorschläge wie ein Kino, kleine Konzerte oder ein Theater würden laut der Umfrage großen Zuspruch bekommen. Ein Beispiel für die Nutzung des kulturellen Angebots ist die örtliche Gemeindebibliothek: Dass es überhaupt eine zugängliche Bücherei gibt, finden alle Teilnehmer der Umfrage gut und ist auch den meisten bewusst – die Nutzungsmöglichkeit wird aber durch die sehr kurzen Öffnungszeiten beschränkt. Wenn man den Raum der Bibliothek beispielsweise auch zum Lernen und Lesen bereitstellen könnte, würde das auch viele junge Leute anlocken, so die Ergebnisse der Umfrage.

Potential und Ideen sind vorhanden – es fehlt ein konkreter Plan und Unterstützung

Dank vieler engagierten Personen im Dorf gibt es aber auch einige gut besuchte Angebote: Ein jährliches Bierzelt, verschiedene Märkte und ein reichliches Angebot an Vereinen, mit dem die Teilnehmer der Umfrage zufrieden sind und sogar gerne noch mehr davon hätten. Trotzdem gibt es viele Vorschläge und Anregungen hinsichtlich des Kulturangebots – auch außerhalb der Vereine – auf die ich während meiner Arbeit gestoßen bin. Zum Beispiel könnte man ein kleines Heimatmuseum, wo die Geschichte des Ortes kennengelernt werden kann, zusammen mit den vielen örtlichen Zeitzeugen, gestalten. Diese Idee wurde nun auch bereits dem Gemeinderat vorgeschlagen.

Vielen fehlt aber ein Rahmen, bzw. eine konkrete Unterstützung und Anlaufstelle beim Kanalisieren der Ideen und bei der Suche und Antragstellung von Fördermöglichkeiten. Zudem entsteht bei vielen Menschen im ländlichen Raum das Gefühl, gegenüber den größeren Städten nicht unbedingt im Fokus der Politik zu stehen.

Durch das Praktikum habe ich jetzt aber viele Ideen und Input sammeln können und Zuversicht gewonnen, dass auch im kleinen Rahmen etwas zu schaffen ist. So erfuhr ich beispielsweise von einer neuen Fördermöglichkeit für kulturelle Projekte im ländlichen Raum, die von der EU zur Verfügung gestellt wird und auf die Entwicklung des ländlichen Raums abzielt. Auch wenn ein bestimmter Prozentteil des Projekts aus eigener Tasche gezahlt werden muss, könnte dies eine sehr hilfreiche Unterstützung für neue Ideen darstellen.

Ich danke Sanne und ihrem tollen Team für die wertvollen Erfahrungen, die ich in meinem Praktikum machen durfte! Trotz Home Office und Pandemiebedingungen hat es mir sehr viel Spaß gemacht, in den Alltag einer stets motivierten Abgeordneten hineinschnuppern zu können.

211220_SanneKurz_Praktikum_Landtagsführung_SusanneBergbauer

5 Arbeitsplätze einer Politikerin

„Unser Bild von Politik ist geprägt von Redepulten in vollen Sälen und lauten Diskussionen in Parlamenten. In den Medien jedoch begegnen uns oft ganz andere Bilder: leere Stühle, abwesende Abgeordnete, scheinbar kaum Beteiligung. Es entsteht fast der Eindruck, Politiker*innen würden kaum arbeiten. Tatsächlich jedoch verteilt sich ihre Arbeitszeit lediglich auf zahlreiche Orte auch außerhalb des Plenums. Hier stelle ich Ihnen die fünf wichtigsten Arbeitsplätze einer Politikerin aus meiner Sicht vor.“ – Dieser Beitrag wurde als kleine Erinnerung von unserer Praktikantin verfasst, die unser Team für sechs Wochen unterstützte. Schaut rein – ich habe den frischen Blick sehr genossen! Los geht’s:

Der Ausschusssaal

Die Bundes- und Landtage der Bundesrepublik Deutschland sind sogenannte „Arbeitsparlamente“. Das bedeutet, dass ein Großteil der Arbeit der Abgeordneten nicht wie in einem Redeparlament in der Diskussion im Plenum, sondern stattdessen in Ausschüssen stattfindet. Diese gewählten Arbeitsgruppen aus Abgeordneten verschiedener Parteien bereiten bei ihren meist wöchentlich stattfindenden gemeinsamen Ausschusssitzungen Anträge oder Gesetze vor und versuchen dabei, Kompromisse zwischen den verschiedenen Parteien auszuarbeiten.

Ausschuss für Wissenschaft und Kunst Sanne Kurz Grüne Bayern Landtag
Sanne Kurz im Ausschuss für Wissenschaft und Kunst. Bayerischer Landtag, 2018.

Das Plenum

Trotz der Arbeit in den Ausschüssen bleibt natürlich auch der Besuch des Plenums nicht aus. Dieses ist die Vollversammlung des Landtags und zentraler Ort für öffentliche Reden und Entscheidungen. Auch der Besuch von Presse und Öffentlichkeit ist hier möglich, sodass die Entscheidungen transparent stattfinden. Die Sitzungen des Bayerischen Landtags werden außerdem live im Netz gestreamt.

Plenarsaal leer

Das Büro

Ein großer Teil der Arbeit einer Abgeordneten findet in Zusammenarbeit mit einem Team in einem Büro statt. Dieses kann im Landtag, in der Nähe des Landtags oder im eigenen Wahlkreis bzw. Stimmkreis liegen. Hier werden Ideen ausgearbeitet, Pressemitteilungen verfasst, Anträge und Reden vorbereitet und Termine koordiniert.

Sanne_Schreibtisch_Büro Bayerischer Landtag Maximilianeum

Die Veranstaltungen

Der Erfolg der Arbeit einer Abgeordneten des Bayerischen Landtags ist maßgeblich vom Kontakt und dem Austausch mit den Menschen im Freistaat Bayern abhängig. Auf (Partei-)Veranstaltungen, Besuchen in Stimmkreisen und dem persönlichen Gespräch mit Menschen finden Abgeordnete heraus, was die Bevölkerung bewegt und wo Handlungsbedarf besteht. Von Bürger*innensprechstunden über Vereinsabende bis hin zu Stadtfesten suchen sie daher das Gespräch mit den Menschen vor Ort.

Veranstaltung Demonstration Symbolbild
Sanne Kurz, MdL, mit dem Landesvorsitzenden von Grüne Bayern, Thomas von Sarnowski, und Henrike Hahn, MdEUP, bei einer Demo von Fridays for Future für mehr und besseren Klimaschutz nach der Vorstellung des enttäuschenden Klimaschutzgesetzes der CSU-FW-Regierung.

Das Handy

Der ständige Wechsel zwischen den vielen Arbeitsplätzen einer Politikerin will gut koordiniert sein. Hier kommt der wohl wichtigste Arbeitsplatz zum Einsatz: das eigene Handy. Doch nicht nur zur Terminkoordination, sondern auch für den Kontakt zum Team und die Arbeit in den Sozialen Medien ist das Handy unverzichtbar und deshalb im Alltag einer Politikerin immer dabei. – Bei Terminen im Land empfiehlt sich der Griff zum Dual-SIM Gerät: Die in Bayern selbst in Großstädten überall lauernden Funklöcher werden so vom bayerischen Löwen zum Stubentiger.

Telefon Symbolbild

Besuch im Sozialkundeunterricht – politische Partizipation für junge Leute mit und ohne deutschen Pass

Dass man als Politiker*in nicht unbedingt ein Studium oder eine Ausbildung absolviert haben muss, sorgte in der Klasse, bei der ich eine Doppelstunde lang im Rahmen des Sozialkundeunterrichts eingeladen war, für Staunen.

Angesichts der politischen und gesellschaftlichen Verhältnisse ist politische Bildung und Aufklärung wichtiger denn je. Besonders junge Menschen sollten sich ihrer Möglichkeiten der politischen Beteiligung bewusst sein, um unsere Demokratie aufrechtzuerhalten und zu stärken. Darum besuchte ich eine 10. Klasse und stellte mich ihren zahlreichen Fragen zu meinem Beruf.

Was verdient man als Politiker*in? Wie kann ich mich beteiligen?

Die Schüler*innen interessierten unter anderem die Abläufe innerhalb einer Partei, die Aufgaben der Politik und vor allem, wie sie sich selbst für ihre eigenen Anliegen engagieren können. Die vielen verschiedenen Möglichkeiten von Petitionen über die Mitgliedschaft bei einer Jugendorganisation bis hin zu einem Praktikum stießen dabei auf großes Interesse.

Auch spezifische Fragen zum Beruf als Politiker*in wurden gestellt: Wie schaut es mit dem Gehalt bzw. den sogenannten Entschädigungen aus? Wie sind die Arbeitszeiten?

Am Ende der Doppelstunde waren alle überrascht, wie schnell eine Sozialkundestunde doch vergehen kann, und es wurden schon erste Pläne für mögliche Petitionen geschmiedet.

Podiumsdiskussion: menschenwürdiges Existenzminimum – JETZT!

Über die (freiwlligen) Abschlussarbeiten unserer Praktis freue ich mich immer besonders. So unterschiedlich die inhaltlichen Schwerpunkte und Formen jedes Mal sind, so zeigt sich hier , was die jungen Menschen umtreibt, was sie von dem Einblick in meinen Arbeitsalltag mitnehmen und welche Highlights es dann sind, über die sie schreiben. Hier der Post unserer Schülerpraktikantin Nora.

Im Rahmen meines Praktikums durfte ich Sanne zwei Wochen lang begleiten. Von Plenarsitzungen im Landtag über Treffen mit dem Ortsverbänden bis hin zu persönlichen Gesprächen mit Bürger*innen war alles dabei.

So habe ich sie auch zu einer Podiumsdiskussion von ver.di begleitet. Das Thema war der Vorschlag einer Grundsicherung. Im Kontext der Veranstaltung ging es dabei vor allem über freischaffende Künstler*innen, Kulturschaffende, Selbstständige und Geringverdiener*innen. Hierzu kamen Vertreter*innen der SPD (Anne Hübner), FDP (Dr. Michael Ruoff), LINKE (Simone Barrientos) und Sanne Kurz für Bündnis 90/Die Grünen zusammen, um von ihrer Arbeit auf Kommunal-, Landes- und Bundesebene zu erzählen und sich den Fragen des Publikums zu stellen.

ver.di ist mit 30 000 Mitgliedern der größte Vertreter für Selbstständige in Deutschland. Traditionell stammen sehr viele von ihnen aus dem Kulturbereich. Diese Gruppe hat Corona schwer getroffen – geschlossene Theater und Bühnen, wenn überhaupt ein nur sehr kleines Publikum und eine ungewisse Zukunft manchen den Betroffenen schwer zu schaffen. Es stellt sich die Frage: Wie kann man am besten helfen und vor allem auch neue Rahmenbedingungen schaffen, um Kunst & Kultur nachhaltig zu unterstützen?

„Kunst und Wissenschaft, Forschung und Lehre sind frei.“

Grundgesetz der BRD, Artikel 5 Absatz 3

Für Sanne bedeutet das, dass nicht nur das Werk, sondern auch das Wirken von Künstler*innen frei sein muss. Doch wie frei kann man wirklich sein, wenn man sich bei jedem neuen Projekt Sorgen macht, ob das dann auch die Miete am Monatsende bezahlt? Wenn man seine Kunst so verändern muss, damit auch sicher jemand dafür zahlt? Wenn sich die Kunst nur noch dem Kommerz unterordnet, dann hat das nichts mehr mit Freiheit zu tun. Außerdem braucht die Kunst Diversität. Diese ist allerdings schwer zu erreichen, wenn es nur um die „Verkaufbarkeit“ eines Werkes geht.

Diversitaet-Diversity-gleichstellung-BIPOS-Rundfunkrat-BR-Bayerischer-rundfunk_Sanne-Kurz-Gruene
eine freie Gesellschaft braucht eine freie Kunst

Ginge es nach Sanne, dann müssen wir weg vom Hartz IV als Sozialhilfe und hin zu einem bedingungslosen Existenzgeld. Gerade für Kulturschaffende gibt es absurde Vorschriften, die das ohnehin schon zu wenige Hartz IV noch weiter kürzen. Und auch die Grundrente ist noch keine ausreichende Verbesserung: etwas 75% der Kulturschaffenden werden sie nie bekommen. Viele fürchten sich also zu Recht vor Altersarmut.

Ein Grundeinkommen stellt sicher, dass sich Menschen vollkommen ihrer Kunst widmen können, ohne befürchten zu müssen, in finanzielle Not zu geraten, nur weil ein Monat mal nicht so gut gelaufen ist. Es ermöglicht auch weniger privilegierten Menschen, sich an der Kunst auszuprobieren oder sogar in Vollzeit Kunst und Kultur zu schaffen. Hierdurch erhöht sich die Diversität. Auch können mit einem Existenzgeld alle anderen Bevölkerungsgruppen leichter kulturelle Teilhabe pflegen, in Theater, Kinos und Ausstellungen gehen und somit Kunst & Kultur weiter unterstützen. Kunst machen und Kunst erleben ist hiermit nicht länger ein Privileg.

Eine bürokratiearme Selbstauskunft soll Geld sparen, aber auch den Betroffenen ein Stück Würde zurückgeben. Die Angst, sich „nackig machen zu müssen“, schreckt viele Bedürftige ab, sich Hilfe zu holen und treibt sie so nur noch mehr in die Armut.

„Es gibt keinen Grund zu denken, dass arme Menschen öfter lügen als Menschen mit Geld.“

Auch sonst wird nirgendwo ohne begründeten Verdachtsfall jede Ecke eines Lebens durchforstet, wieso sollte es dann bei der Sozialhilfe so sein? Den Betroffenen zu glauben, ist ein wichtiger Schritt, um ihnen aus der Armut zu helfen. Auch soll es keine Bedarfsgemeinschaften mehr geben. Denn es kann z.B. dazu kommen, dass eine Frau kein Hartz IV bekommt, weil sie mit ihrem Partner zusammenlebt, der ein Einkommen hat. Dies führt viel zu oft zu einer finanziellen Abhängigkeit, die es Frauen schwerer macht, aus etwaigen Missbrauchsbeziehungen zu entkommen.

Vielfalt Debattenkultur Demokratie Medien Netz Sanne Kurz Bayerischer Landtag

Wenn wir in Zukunft in einer lebenswerten Gesellschaft leben möchten, dann brauchen wir ein menschenwürdiges Existenzminimum. Für die Kunst, für Geschlechtergerechtigkeit, Chancengleichheit und Freiheit. Damit sich niemand zu einem Hungerlohn verkaufen muss, um die Miete zu zahlen. Damit wir frei in unseren Entscheidungen sind. Frei zu entscheiden, ob man in seinem Beruf bleiben oder sich weiterbilden will. Frei zu entscheiden, wann man eine Familie gründet, ohne Angst um das Einkommen zu haben. Frei zu entscheiden, für seine (mentale) Gesundheit eine Pause einzulegen, ohne dann die Miete nicht mehr zahlen zu können.

Frei das eigene Leben gestalten zu können, damit wir eine Gesellschaft formen, in der Zusammenhalt und Wohlstand unser Leben prägen.

„Fernpraktikum“ – ein Erfahrungsbericht

Inzwischen seit über einem Jahr erzähle ich Menschen, die ein Praktikum im Bayerischen Landtag in meinem Grünen Abgeordnetenbüro machen wollen: „Ja, wir bieten Praktika an. Aber: im Home-Office.“ – Wie das „Aber“ im Detail aussieht, lest Ihr hier von einem, der’s trotzdem gemacht hat. Und auch Vorteile sah.

Das Foto ist ein Beispielbild zum Homeoffice und gibt keine realen Bedingungen wieder…eh klar… Hier der – sehr reale – Bericht:

Ich habe bei Sanne Kurz MdL ein insgesamt sechswöchiges Praktikum machen dürfen. Die Umstände waren durch Corona ungewöhnlich, die Erfahrung jedoch war einzigartig.

Mein Arbeitsplatz war, wie der von so vielen momentan, das Home-Office. Eigentlich keine schlechte Sache, so konnte ich Meetings, Fraktionssitzungen, Tagungen und dem Plenum des Landtags aus meinem Wohnort Regensburg beiwohnen. Auch die mir zugeteilten Aufgaben konnte ich von zuhause aus bearbeiten. Das Home-Office machte mir diesbezüglich das Leben leicht, denn sonst hätte ich mich wahrscheinlich bei Freunden in München einquartiert oder mir eine Bleibe suchen müssen – bei dem Münchner Wohnungsmarkt keine leichte Aufgabe.

Warmes Willkommen: Einblick in alle Bereiche der Landtags- und Fraktionsarbeit

Trotz der Entfernung nach München war meine Praktikumserfahrung etwas wirklich Besonderes. Sanne und ihr Team haben sich große Mühe gegeben, mir alle Aspekte der Partei- und Fraktionsarbeit zu zeigen und mich an allem teilhaben zu lassen, was möglich war (einschließlich einer privaten Landtagsführung). Ich habe mich enorm gut aufgehoben gefühlt. Noch nie habe ich so ein warmes Willkommen an einem Arbeitsplatz erlebt oder so freundliche und hilfsbereite Kollegen gehabt, die mir jede meiner vielen Fragen beantworteten.

Gute Zusammenarbeit und viel gelernt

Mein Aufgabenbereich umfasste das Protokollieren verschiedener Meetings und Sitzungen, das Pflegen der Website, Recherchen und das Begleiten von virtuellen Veranstaltungen. Zusätzlich hatte ich die Möglichkeit bei Fraktionssitzungen, Ausschussvorbereitungen und parteiinternen Treffen anwesend zu sein und mir anzugucken, wie die Abläufe in einer Partei vonstattengehen. Ich habe sehr viel über parteiinterne Abläufe gelernt und erfahren können, was alles in den Aufgabenbereich einer Landtagsabgeordneten fällt. Darüber hinaus habe ich über die sechs Wochen viele wirklich tolle Leute kennengelernt, mit denen es mir sehr viel Spaß gemacht hat, zusammenzuarbeiten.

Danke, für das Statement. Wir mochten die Zeit mit Dir auch und lesen gespannt, wo das Leben Dich aktuell gerade hinführt!

Du willst auch einmal den Alltag politischer Arbeit im Abgeordnetenbüro einer Grünen Politikerin kennen lernen? Wir bieten Praktika an. Infos zu Jobs und Praktika hier.

Jobs

Bei mir im Team kann man gerne über ein Praktikum reinschnuppern. Und auch in unserer Fraktion gibt es immer wieder Stellen und Praktika zu besetzen. Zeit, einen Post zu starten, der Stellenausschreibungen mit aktuellem Datum enthält.

Eine stets aktuelle Übersicht von Stellenangeboten und Stellenausschreibungen bei Grüne Fraktion Bayern findest Du hier. Dort stehen auch mal Dinge, die ich noch nicht geschafft habe, hier einzuspeisen.

Direkt zu den PDFs mit Ausschreibungen geht es hier:

Praktikum im Bayerischen Landtag: 5 Dinge, die mich überrascht haben

Auch in Corona-Zeiten unterstützen Menschen im Praktikum das #TeamSanne. Unsere aktuelle Praktikantin, Anna Salfer, hat nicht nur viel zur Social-Media-Arbeit beigetragen und unsere Initiativen für Nachtkultur weitergebracht, sie schreibt auch für uns. Heute in eigener Sache:

Ich stehe im Südbau des Maximilianeums. Roter Teppich, sicher 500 Jahre alte Dielen. Vor mir die Büros der Vizepräsidenten des Bayerischen Landtags. Davon gibt es nämlich fünf (musste ich auch erst lernen, die Präsidentin ist Ilse Aigner). Es ist 12:55 Uhr. In 5 Minuten beginnt die Regierungserklärung im Plenarsaal. Also dann links herum, große Steintreppe hoch, an den Kameras vorbei und auf die Besuchertribüne des Plenarsaals. Mal eben noch ein Blick nach rechts – es erstrahlt München: 50% Stadt, 50% Himmel.

Während meines einmonatigen Praktikums bei Sanne Kurz, MdL sind mir einige Dinge im Landtagsalltag aufgefallen, mit denen ich vorher nicht gerechnet hatte.

5 Dinge, die mich überrascht haben

  1. Architektur des Plenarsaals
    Wie kann ein Raum so modern und altbacken auf einmal aussehen? Die Atmosphäre im Parlament ist sehr besonders, ganz ohne Zeitgefühl. Die Wände und Bänke sind aus Holz. Die Decke aus hellblauem Glas. Es gibt keine Lampen, die Glasdecke taucht den Raum in tageslichtähnliches Licht. Die Stühle sind alle rot, irgendwie dramatisch. Ist schon gut, dass man einen Parlamentssaal beeindruckend findet. Es ist ja schließlich auch DER Ort der Debatte in Bayern.
  2. Eigeninitiative und Regionalproporz als Abgeordnete
    Nur an den Veranstaltungen teilnehmen, die Wählerstimmen bringen? So, munkelt man vielleicht, ist es oftmals? Aber dem ist nicht so. Oftmals sind besonders spannende und wichtige Projekte eben auch welche, die den eigenen Wahlerfolg nicht unbedingt weiterbringen. Ich besuchte mit Sanne einen Runden Tisch in Bayreuth und ein Treffen mit dem Schaustellerbund in Nürnberg. Menschen in Bayreuth und Nürnberg können Sanne nicht wählen, denn beide Städte liegen nicht in Oberbayern, wo sie auf der Liste steht. Kein Stimmeneinzugsgebiet – und trotzdem sind das Engagement und die Präsenz wichtig, denn Anliegen der Bürger sollen gehört werden, auch wenn man dafür keine Stimmen bekommt.
  3. Ungeteilte Aufmerksamkeit und Handys?
    Es scheint verwirrend, man kennt es aus dem Bundestag. Jemand hält eine Ansprache. Und bei einem Blick ins Plenum: Smartphones. Ich war sehr verwirrt. Ist ungeteilte Aufmerksamkeit nicht genau hier wichtig? Sanne erklärte mir, manchmal sei es für sie eine politische Geste, dem nachfolgenden Sprecher keine Aufmerksamkeit zu schenken. Oft aber ist dieses Verhalten schlicht den vielen offenen Nachrichten geschuldet. Das ist wohl der Preis der „schönen neuen Welt“: immerwährende Erreichbarkeit.
  4. Einigkeit der Fraktionen
    Wenn man einem Thema zustimmt, aber die Fraktion das nicht gut findet, darf man dann trotzdem dafür stimmen/der Meinung sein und das auch kundtun? Das habe ich mich gefragt, als ich bemerkte, dass nach Ansprachen im Plenum immer nur die eigene Partei des/der Sprechenden danach applaudierte. Und wie ist es mit Einigkeit und Meinungsvielfalt innerhalb der eigenen Fraktion? – An sich ist Einigkeit innerhalb der Fraktion wichtig, über unterschiedliche Aspekte kann und darf man aber unterschiedlicher Meinung sein, so zumindest in der Grünen Fraktion im Bayerischen Landtag.
    „Der Kampf um die besten Ideen“, das sei schließlich Politik, meint Sanne. Es wäre doch auch schade, wenn die besten Ideen im Fraktionsdruck untergingen und: Last not least seien alle Abgeordneten frei und nur ihrem Gewissen unterworfen.
  5. Transparenz
    Alle Sitzungen des Landtags sind öffentlich. Genauso wie viele anderen Ausschüsse auch. Ich weiß nicht, ob das allen Bürger*innen in Bayern bewusst ist? Während Corona musste das ein oder andere Mal um den Erhalt genau dieser Transparenz (umgesetzt durch Livestreams) gekämpft werden, schließlich erfolgreich.
    Diese Möglichkeit der politischen Partizipation sollten mehr Menschen wahrnehmen. Auf der Seite des Bayerischen Landtags sind die parlamentarische Initiativen, Anträge u.v.m. der Fraktionen einzusehen. Diese Chance durch Modernisierung, von der Pandemie angestoßen, sollten wir wahrnehmen.

Ich kann diesen Rundumblick, den ich durch die Mitarbeit bei #TeamSanne bekommen habe, jedem empfehlen, der politisch interessiert ist und hinter die Türen des Landtags blicken will. Auch hinter einer engagierten Abgeordneten steht ein mindestens genauso stark engagiertes Team, in dem die Mitarbeit sehr viel Freude bereitet. Ich habe sehr viel gelernt, #TeamSanne sei Dank! – Anna Salfer


Jobs im Büro von Sanne Kurz, Grüne Fraktion Bayerischer Landtag

Was Du gelesen hast, klingt spannend? Du willst auch ein Praktikum im Landtag machen? Oder einfach mehr erfahren zu Praktikum und Arbeit in der Grünen Fraktion im Bayerischen Landtag im Büro von Sanne Kurz?

Landtags-Praktikum meets Schülerpraktikum

Vergangene Woche hat Franz ein Praktikum bei mir im Büro Sanne Kurz absolviert. Er ist Schüler und wollte in den Ferien mal in die Landtagsarbeit reinschnuppern. Hier sein Abschiedsbericht. Dem kann ich nur hinzufügen: 1. ja, Politik ist mehr Bürokram, als sich viele vorstellen. ? 2. Praktikant*innen dürfen immer kommen, nicht nur in den Ferien und im August, sondern auch in Zeiten, in denen Plenarwochen sind und im Landtag ordentlich Halligalli – da kann man bei Sitzungen der Fraktion und des Plenums mit dabei sein und zahlreiche Außentermine gemeinsam mit den Abgeordneten wahrnehmen. ?

Wenn Du mal ein Praktikum machen willst, bewirb dich gerne. Infos zu Praktika in meinem Landtags-Büro hier.

Franz Abschieds-Artikel für Social Media.

Ich habe ein einwöchiges Praktikum im Landtag bei Frau MdL Sanne Kurz gemacht. Wegen der sitzungsfreien Zeit war eher Büroarbeit am Start, für die sonst wenig Raum bleibt. Ich habe mich mit Search Engine Optimization (SEO) beschäftigt und Bilder aus Sannes Insta-Account für ihre neue Website beschriftet.

Am Dienstag war dann ein Termin bei der Landesstelle für die nicht-staatlichen Museen in Bayern. Ich wusste gar nicht, dass sich jede Einrichtung „Museum“ nennen kann. Aber natürlich entscheidet die Landesstelle selber, wen sie unterstützt und wen nicht. Ein Museum für alte Marken-Waschmaschinen braucht natürlich keiner und kriegt dann auch kein Geld. Aber Beratung, wenn sie erwünscht ist, schon.

Am letzten Tag gingen dann die gefühlt sehr vielen Bilder, die ich lange umbenannt habe, online, und es gab noch eine Führung und ein Foto-Shooting im Maximilianeum.

Sehr schöne Erfahrung, aber jetzt weiß ich, dass Büroarbeit nicht mein Ding ist.