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Pressemitteilung: Kunst und Protest nur mit staatlicher Genehmigung

14. September 2019

Sanne Kurz und Margarete Bause kritisieren Rauswurf von Ai Wei Wei durch kaufmännischen Leiter am Haus der Kunst.

„Die Freiheit der Kunst ist ein hohes Gut in unserem Land. Und auch Protest muss bei uns möglich sein. Wir sollten uns beim Umgang mit Künstler*innen nicht China zum Vorbild nehmen“

Sanne Kurz, Grüne Landtag Bayern

kommentiert Sanne Kurz das unschöne Ende der Solidar-Kunstaktion des chinesischen Künstlers und Dissidenten Ai Wei Wei am gestrigen Freitag im Haus der Kunst durch den kaufmännischen Direktor Bernhard Spies.

Ai Wei Wei hatte sich mit den von Kündigung bedrohten Einlass- und Kassenkräften solidarisiert und in einer performativen Protestaktion Tickets am Eingang zur Lüpertz Ausstellung abgerissen. Um Erlaubnis hatte er nicht gebeten.

„Der Rausschmiss von Ai Wei Wei aus dem Haus der Kunst ist eine unglaubliche Blamage! Welche eine Provinzposse!“

Margarete Bause, Grüne Bundestagsfraktion

kommentiert auch Margarete Bause, Bundestagsabgeordnete aus München und als Sprecherin für Menschenrechte mit dem Thema Kunst- und Protestverbote vertraut. Sanne Kurz sieht hier das Schema der letzten Jahrzehnte erfüllt:

„Man hätte hier auch souverän reagieren können: Regelbruch gehört zu Kunst und Protest! Aber von einer Staatsregierung, die nicht fähig ist, Verantwortung zu übernehmen, ein Konzept für das Haus zu entwerfen oder auch nur ein Datum für die dringend notwendige Sanierung zu nennen, kann man keine Souveränität erwarten. Man trampelt lieber auf den Schwächsten herum!“

Sanne Kurz, Grüne Fraktion Bayern Landtag

Die Forderungen von Sanne Kurz – Staatshaftung für das Haus der Kunst und alle staatlichen bayerischen Museen, mehr Mitspracherechte für Künstler*innen, Unabhängigkeit für die künstlerische Leitung, Termin und Konzept für die Sanierung sowie ein sofortiger Stop des Outsourcing-Plans – liegen auf dem Tisch. Man muss nur wollen.


Update:
Am Samstag, 14.9.2019, gab Ai Wei Wei bekannt, keineswegs hinaus geworfen worden zu sein. Hier der ausführliche Bericht.